Arthrose im Knie: Symptome und Behandlung (inkl. Übungen) 

Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung – allein in Deutschland klagen rund 20 Millionen Deutsche zeitweise über typische Beschwerden.1 Neben dem Hüftgelenk und den Fingergelenken ist am häufigsten das Kniegelenk betroffen. Knie-Arthrose wird auch als Gonarthrose oder Kniegelenkarthrose bezeichnet. Mit steigender Lebenserwartung und der fortschreitenden Zunahme von Adipositas ist anzunehmen, dass das Aufkommen der degenerativen Gelenkerkrankung in den kommenden Jahren noch weiter ansteigt.2 Forschungen zu neuen Behandlungsmethoden werden künftig weiter an Bedeutung gewinnen. Lesen Sie hier über die Symptomatik und mögliche Behandlungsmethoden, inklusive Übungen bei Arthrose im Knie.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Arthrose im Knie ist eine degenerative Gelenkerkrankung mit fortschreitendem Verschleiß des Gelenkknorpels.
  • Die Therapie von Knie-Arthrose kann konservativ durch Ernährungsumstellung, Bewegung, ggf. Gewichtsabnahme, Physiotherapie, Schmerzmittel oder Injektionen erfolgen.
  • Erzielt die konservative Therapie keine zufriedenstellenden Ergebnisse, kann operativ durch Arthroskopie, einer Knorpeltransplantation oder einem künstlichen Gelenkersatz behandelt werden.

Was ist Arthrose im Knie

Die Arthrose im Knie ist eine degenerative Gelenkerkrankung mit fortschreitendem Verlust des Gelenkknorpels in den Knien.2

Das Knie ist das größte Gelenk des Menschen. Es verbindet die Ober- und Unterschenkelknochen sowie die Kniescheibe miteinander und besteht aus knöchernen Strukturen, die das Grundkonstrukt des Kniegelenks bilden. Diese Knochen sind an den Kontaktflächen (den Knochenenden und der Innenseite der Kniescheibe) mit einer Knorpelschicht überzogen. Zwischen dem Oberschenkelknochen und Schienbein befindet sich ein Gelenkspalt, in dem sich zwei Zwischengelenksscheiben – die Menisken – befinden. Für die Stabilisierung des Kniegelenks sind Bänder und Sehnen verantwortlich.3

Das menschliche Kniegelenk ist aus drei Teilbereichen aufgebaut: dem medialen Kompartiment (auf der Knieinnenseite gelegen), dem lateralen Kompartiment (auf der Knieaußenseite gelegen) und dem patellofemoralen Kompartiment (unter der Kniescheibe gelegen). Diese drei Kompartimente bilden zusammen ein Dreh-Scharniergelenk, das das Beugen, Strecken und leichte Drehen des Knies ermöglicht. Folglich kann eine Knie-Arthrose sowohl alle dieser drei Teilbereiche betreffen (Pangonarthrose) oder sich nur auf einzelne Kompartimente beschränken.4

Eine Arthrose im Kniegelenk entsteht durch einen fortschreitenden Rückgang des Knorpelgewebes, was bei vielen Menschen zu Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Die Ursache ist dabei entweder erblicher Natur (primäre Arthrose) oder entsteht aufgrund von zu hoher Belastung, Verletzungen oder Fehlstellungen der Gelenke.3

Abbildung 1: Aufbau eines Knies

Symptome bei Arthrose im Knie

Knie-Arthrose beginnt typischerweise mit Knieschmerzen, die zunächst nur bei Belastung auftreten und sich bei Aktivität verschlimmern. Mit fortschreitender Arthrose werden diese stärker und weitere Beschwerden kommen hinzu. Zu diesen häufigsten Symptomen gehören Bewegungseinschränkungen und Steifigkeit des Knies sowie Schmerzen nach längerem Sitzen. Ebenfalls können Schwellungen auftreten, die durch eine Entzündung im Knie ausgelöst werden. Meist fühlt sich das Knie dabei zusätzlich warm an und schmerzt.2 Steife Gelenke bereiten den Betroffenen vor allem gegen Abend oder am Morgen Probleme. Oftmals wird auch ein Knirschen oder Knacken des Knies wahrgenommen. Einige Betroffene berichten, dass sich das Knie zunehmend instabil anfühlt. Grund dafür ist meist die Schwächung von Muskulatur und Bändern. Diese kann eintreten, wenn Arthrose-Betroffene aufgrund von Druckempfindlichkeit, Schmerzen oder Steifigkeit des Knies dieses weniger bewegen und belasten.

Die Symptome äußern sich bei jeder Bewegung des arthrotischen Knies: oftmals in Schwierigkeiten beim Gehen oder Treppensteigen sowie bei der Verrichtung von Alltagstätigkeiten oder Gartenarbeiten. Aufgrund dessen hat Arthrose – je nach Intensität der Erkrankung – einen stark negativen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen.4

Die Intensität der Symptome von Arthrose kann von Person zu Person variieren. Typischerweise werden die Beschwerden jedoch mit der Zeit schwerer, häufiger und zunehmend einschränkender. Auch die Geschwindigkeit des Fortschreitens kann sehr unterschiedlich sein.

Arthrose im Knie: Diagnose 

Die Knie-Arthrose ist meist eine fachärztliche Diagnose. Zu Beginn steht eine Anamnese. Hierbei werden Beschwerden, die Krankheitsgeschichte und bisherige Therapien erfragt. Anschließend folgt die Untersuchung, wobei mehrere Verfahren zum Einsatz kommen können. Die wichtigsten Elemente zur Diagnose einer Kniearthrose sind neben der Anamnese die körperliche Untersuchung, bildgebende Untersuchungen und in manchen Fällen auch Laboruntersuchungen.5

Eine körperliche Untersuchung gibt Aufschluss über Gang und (Schon-)Haltung oder Fehlstellungen bei Patienten mit Knie-Arthrose. Anhand der körperlichen Untersuchung kann oftmals schon auf die Erkrankung geschlossen werden. Trotzdem werden im Anschluss meist noch bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen, MRT oder Ultraschalluntersuchungen hinzugezogen, um die anfängliche Diagnose zu bestätigen. 

In jedem Fall gilt: das Fortschreiten der Erkrankung kann durch eine frühzeitige Diagnose und damit verbundene korrektive Maßnahmen verhindert, verlangsamt oder verringert werden.6

Konservative Behandlung von Arthrose im Knie

Für Menschen mit Knie-Arthrose gibt es viele Therapiemöglichkeiten. Die meisten Betroffenen beginnen mit einer konservativen Behandlung. Erst wenn hier verschiedene Optionen ausgeschöpft sind und keine ausreichende Verbesserung der Beschwerden erzielt werden konnte, sollte ein chirurgischer Eingriff als Behandlungsoption in Frage kommen. Da Arthrose eine degenerative Erkrankung der Gelenke ist, kann durch die Arthrose-Behandlung das Fortschreiten der Verschleißerkrankung nur verlangsamt und die Entstehung von Folgeerkrankungen wie Arthritis so gut es geht verhindert werden.2

Nicht-medikamentöse Behandlung von Arthrose

Bei einer Arthrose im Knie sollte in jedem Fall zunächst eine konservative Behandlung stattfinden. Die Behandlungsmethoden bauen hierbei aufeinander auf. An erster Stelle stehen die ausreichende Aufklärung durch einen Arzt, genügend und regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und – falls erforderlich – eine Gewichtskontrolle für Menschen mit einem BMI (Body-Mass-Index) über dem Normalbereich.7

Sport und Bewegung bei Arthrose

Die verbreitete Vorstellung, die Kniegelenke müssten bei einer Arthrose geschont werden, trifft nicht zu. Tatsächlich ist Bewegungsmangel für die Gelenke sogar schädlich. Zum einen schwächt er die Muskulatur, zum anderen ist der Gelenkknorpel auf Bewegung angewiesen. Denn der wechselnde Druck, der zum Beispiel beim Gehen auf den Knorpel wirkt, sorgt für den Austausch von Flüssigkeit, mit der der Gelenkknorpel mit Nährstoffen versorgt wird. Außerdem stabilisieren und schützen gut ausgebildete Muskeln die Gelenke. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass die Knie wenig Stoßbelastungen ausgesetzt werden. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking, aber auch gezieltes Krafttraining für die Knie eignen sich folglich gut für Menschen mit Knie-Arthrose.

Gewichtsmanagement und Ernährung bei Arthrose

Abbildung 2: Eine gesunde Ernährung ist Voraussetzung für ein Gewichtsmanagement bei Arthrose

Eine der Hauptursachen von Arthrose ist ein zu hohes Körpergewicht. Bei übergewichtigen und adipösen Menschen wirkt sich das überschüssige Gewicht stark belastend auf die Gelenke – insbesondere auf die Kniegelenke – aus. Die erhöhte Belastung forciert eine degenerative Veränderung der Gelenke, verbunden mit Schmerzen und eingeschränkter Biomechanik.7

Aus diesem Grund spielt das Gewichtsmanagement eine wichtige Rolle in der Behandlung von Arthrose im Knie. Es gilt das Übergewicht durch ausreichend Bewegung und durch gesunde Ernährung zu reduzieren, denn auch das Fettgewebe selbst ist eine Quelle von Entzündungsfaktoren.9

Generell sollte sich gesund und ausgewogen ernährt werden. Dies ist besonders wichtig, denn der Knorpel im Kniegelenkt ist auf die ununterbrochene Versorgung mit wichtigen Nährstoffen durch die Gelenkflüssigkeit angewiesen. Unsere tagtägliche Ernährung kann somit die Gesundheit unserer Gelenke entscheidend beeinflussen. Sobald wir uns über einen längeren Zeitraum hinaus zu einseitig ernähren, fehlen unserem Körper wichtige Mikronährstoffe. Nährstoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann, auf die unsere Gelenke aber angewiesen sind, um einwandfreie Arbeit zu leisten. Deshalb ist es so wichtig, ausreichend Nährstoffe mit der Nahrung aufzunehmen und sich deshalb ausgewogen zu ernähren.

Einige Vitamine und Nährstoffe besitzen zudem antioxidative Eigenschaften und haben eine positive Wirkung auf die Knochen- und Knorpelgesundheit sowie -erhaltung. Eine besonders wichtige Rolle spielen hier vor allem die Vitamine A, B1, B6, B12, C, D, E und K, sowie natürliche Entzündungshemmer wie Ingwer, Zimt oder Curcuma.10,11,12,13,14,15,16,17,18 Beispielsweise ist Curcuma (Kurkuma) ein pflanzlicher Stoff, der bei der Arthrose-Ernährung seit langer Zeit eingesetzt wird. Da er, wie viele Vitamine und Nährstoffe, teilweise nicht in ausreichender Menge mit der Nahrung bzw. aufgrund seiner schlechten Wasserlöslichkeit vom Körper überhaupt nicht gut aufgenommen werden kann, empfiehlt sich eine unterstützende Therapie mit dieser natürlichen Substanz in speziell aufbereiteter Form. Hier haben sich beispielsweise die sehr gut verträglichen Kapseln von Atrosia®* zum Diätmanagement bei Arthrose-Schmerzen bewährt, die durch ihre besonders aufbereiteten Spezialextrakte eine hohe Bioverfügbarkeit und somit gute Aufnahme im Körper ermöglichen.

Physiotherapie bei Arthrose

Abbildung 3: Physiotherapie bei Arthrose soll die Beweglichkeit der Gelenke erhalten und Schmerzen lindern

Führt ein gesundes Gewichts- und Diätmanagement nicht bereits zu einer ausreichenden Verbesserung, können Behandlungen durch einen Physiotherapeuten ergänzt werden.7 Die Physiotherapie soll mit Hilfe bestimmter Bewegungsübungen die Beweglichkeit der Gelenke erhalten und Schmerzen reduzieren. Laut der deutschen Ärztezeitung wird dies bis heute jedoch noch zu wenig in Anspruch genommen.19 Dabei belegt die aktuelle Studienlage den positiven Einfluss von geeigneten physiotherapeutischen Programmen auf die Schmerzintensität und die Bewegungsfähigkeit bei Patienten*innen mit Knie-Arthrose.20

>>Übungen gegen Arthrose finden Sie im späteren Verlauf des Artikels.

Medikamentöse Behandlung von Arthrose

Bei akuten Schmerzen durch Arthrose im Knie können zusätzlich mit Hilfe geeigneter Medikamente die Symptome gelindert werden. Dabei stehen einerseits schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente zur Verfügung, andererseits kann mit Hilfe intraartikulärer (in das Gelenk hinein) Injektionen behandelt werden.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

Zur Linderung von Arthrosebeschwerden wird häufig eine Behandlung mit sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zur Schmerztherapie durchgeführt. Diese nicht-steroidalen Antirheumatika besitzen neben der Schmerzlinderung auch entzündungshemmende Eigenschaften. Patienten, bei denen Schmerzen aufgrund von Entzündungen im Kniegelenk auftreten, sollen durch die Linderung der Entzündung die Schmerzen genommen und mithilfe dieser Schmerzlinderung die Bewegungsfähigkeit wieder verbessert werden. Jedoch eignen sich diese Medikamente nur für eine kurzzeitige Behandlung, da bei längerer Nutzung diverse Nebenwirkungen auftreten können, die unter anderem den Magen-Darm-Trakt, die Nieren oder das Herz betreffen. Ebenso sind mitunter hämatologische Nebenwirkungen wie Fieber, Erbrechen oder Durchfall möglich.3

Jedoch kommt eine Behandlung von Arthrose mit NSAR nicht für jeden in Frage. Manche Menschen können aufgrund anderer Medikation nicht auf chemische Schmerzmittel zurückgreifen, weshalb für sie neben Physiotherapie, gesunder Ernährung und Gewichtsmanagement eine Behandlung mit pflanzlichen Präparaten empfehlenswert ist.

Kortikoid-Injektionen

Eine weitere in der heutigen Arthrose-Therapie gängige Methode stellt die intraartikuläre Injektion von Kortikoiden dar. Dabei wird den Patienten*innen ein körperähnliches Kortikoid direkt in das Innere des Gelenks injiziert. Durch die punktuelle und lokale Behandlung soll das entzündungshemmende Kortikoid gezielter wirken und systemische Nebenwirkungen minimiert werden. Die entzündungshemmende und immunsuppressive Wirkung der Kortikoide entfaltet sich, indem diese direkt auf bestimmte Rezeptoren wirken und die Entzündungskaskade auf mehreren Ebenen unterbrechen.3 Eine Kortikoid-Injektion hat allerdings auch Nachteile. So kann es in seltenen Fällen dazu kommen, dass mit der Injektion Bakterien und Keime in das Gelenk gelangen, was eine sich ausbreitende Entzündung zur Folge haben kann. Die neuste Studienlage legt zudem nahe, dass bei manchen Betroffenen nach regelmäßigen Kortikoid-Injektionen ein Rückgang des Knorpels zu beobachten war. Als Alternative wird zunehmend Hyaluronsäure gespritzt, da diese keine negativen Auswirkungen auf den Knorpel haben soll.21

Hyaluronsäure-Injektionen

Hyaluronsäure kommt natürlicherweise in vielen Geweben und Flüssigkeiten vor, am häufigsten jedoch in Gelenkknorpel und der Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere). Dort ist Hyaluronsäure für diverse biomechanische Vorgänge von elementarer Bedeutung. Durch ihre räumliche Struktur kann die Hyaluronsäure viel Wasser binden und so zu Stabilität und reibungsfreier Bewegung der Gelenke beitragen. Hyaluronsäure erhöht die Viskosität der Gelenkflüssigkeit mit ihren Eigenschaften wie Schmieren und Dämpfen.22

Ohne ausreichend Hyaluronsäure in Knorpel und Gelenkschmiere werden Gelenke in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt. Die Konzentration von Hyaluronsäure nimmt mit dem Fortschreiten der Arthrose sowie mit fortschreitendem Alter ab.23 Durch die punktuelle Injektion von Hyaluronsäure in das Gelenk-Innere soll dem Verlust an körpereigenem Hyaluron gezielt entgegengewirkt werden. Eine Therapie mit Hyaluronsäure hat sich in der Praxis aufgrund ihrer Schmierungs-, Entzündungs- und Schmerzlinderungs- sowie knorpelschützenden Eigenschaften als sehr wirksam erwiesen. Ein Manko stellen bei der Arthrose-Therapie mit Hyaluronsäure jedoch die Kosten dar. Sie wird daher nicht für alle Patienten*innen empfohlen.24 Zudem besteht wie bei den Kortikoid-Spritzen auch bei Injektionen mit Hyaluronsäure die Gefahr, dass Keime in das Gelenk miteindringen und Entzündungen auslösen können. Hyaluronsäure wirkt auch von innen. Wer das Risiko einer Infektion ausschließen möchte, der kann Hyaluronsäure auch oral einnehmen, beispielsweise in Form von Nahrungsergänzungsmitteln.

Operative Behandlung von Arthrose im Knie

In besonders ausgeprägten Fällen – wenn sämtliche konservative Behandlungsmethoden keine Besserung gebracht haben – bleibt den Betroffenen nur eine operative Behandlung. Für diese Menschen mit überdurchschnittlich starken Gelenkschmerzen und eingeschränkter Lebensqualität aufgrund der Arthrose im Knie empfiehlt sich ein chirurgischer Eingriff. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

Abbildung 4: In schweren Fällen hilft oftmals nur noch ein operativer Eingriff 

Arthroskopie (Gelenkspiegelung)

Bei der Arthroskopie wird eine Sonde mit einer kleinen Kamera in das Gelenk eingeführt. Die Gelenkspiegelung ist zunächst einmal eine diagnostische Methode, da auf diese Weise der Arzt Knochen, Knorpel und die umliegenden Strukturen im Knie optimal beurteilen kann. Jedoch kann die Kniespiegelung auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Hierbei unterscheidet man zwischen.8

  • Lavage (Gelenkspülung): Dabei werden mit einer Kochsalzlösung abgestorbene Knochen-, Knorpel- und Entzündungszellen entfernt. 
  • Debridement (Knorpelglättung): Hierbei werden die aufgerauten Oberflächen der Knorpel mit Hilfe spezieller Instrumente geglättet.

Die Arthroskopie ist eine relativ komplikationsarme Untersuchung. Allerdings kann es in seltenen Fällen durch die verwendeten Instrumente und das Arthroskop zu Verletzungen des Gelenks und der Gelenkstrukturen wie Knorpel und Bänder kommen.

Knorpeltransplantation

Bei der Knorpeltransplantation wird ein kleines Stück eines körpereigenen Knorpels entnommen und in einem Labor herangezüchtet. Dieser Knorpel wird dann an entsprechender Stelle wieder eingesetzt.9 Einen Nachteil dieses Verfahrens stellt jedoch die Stabilität des künstlich erzeugten Knorpels dar. Im Labor gezüchtete Knorpelmasse ist meist nicht so stabil wie der körpereigene Knorpel. Eine hundertprozentige Belastbarkeit kann daher nicht gewährleistet werden.

Künstlicher Gelenkersatz

Bei einem künstlichen Gelenkersatz werden die abgenutzten Gleit- und Oberflächen (also der geschädigte Gelenkknorpel) des Kniegelenks ersetzt. Dies kann als ein Oberflächenersatz bezeichnet werden. Meist handelt es sich bei Knieimplantaten um Speziallegierungen aus CoCrMo-Gusslegierungen oder Titan-Legierungen (Gussteile oder gefräste Schmiedeteile), die die verschlissenen Gelenkflächen überkronen. Dazwischen wird eine Schicht aus Kunststoff (Polyethylen) eingesetzt, die ein reibungsloses Gleiten des Gelenks ermöglichen soll.9 Ein künstliches Gelenk, die sogenannte Endoprothese, wird operativ direkt im Knochen verankert, wo es im Durchschnitt 15 Jahre halten kann. Nach Ablauf dieser Zeit kommt es meist zu aseptischen (nicht infektiösen) Lockerungen, die aufgrund täglicher Belastungen ausgelöst werden. Manche künstlichen Gelenke können jedoch auch bis zu 30 Jahren halten. Die meisten Arthrose-Betroffenen mit einer Endoprothese müssen jedoch mit mehreren Prothese-Einsätzen in ihrem Leben rechnen.25

In einer Operation sehen viele Betroffene die einzige Möglichkeit zur Behandlung ihrer Arthrose. Jedoch führt eine Operation nicht immer zur gewünschten Beschwerdefreiheit und sollte folglich gut überlegt sein. Bevor Sie sich für eine Operation entscheiden, sollten Sie ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Arzt führen, um über ein realistisches Endergebnis aufgeklärt zu werden.

Übungen bei Arthrose im Knie

Es gibt einige Übungen, die bei Arthrose im Knie helfen können. Wichtig ist, dass diese regelmäßig absolviert werden, um die Bewegungsfähigkeit des Gelenks zu erhalten. 

Folgende Übungen eignen sich bei Arthrose:

Übung 1

Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder mit einer gepolsterten Unterlage auf den Boden. Nehmen Sie ein dickes Buch und klemmen es sich zwischen Ihre Füße. Heben Sie Ihre Füße mit dem Buch jetzt so weit an, bis Ihre Knie gestreckt sind. Halten Sie diese Position fünf Sekunden und senken anschließend Ihre Füße wieder auf den Boden ab. Wiederholen Sie diese Übung 3-5 mal. 

Übung 2

Setzen Sie sich mit geradem Rücken auf einen Stuhl, die Füße fest am Boden aufgestellt. Presse Sie nun die Fersen in den Boden, während sie gleichzeitig die Zehen vom Boden abheben. Halten Sie diese Position für ein paar Sekunden. Anschließend drücken Sie die Zehen in den Boden, während Sie die Fersen heben. Auch hier wieder ein paar Sekunden halten. Wiederholen Sie diese Übung 5-10 mal.

Übung 3

Legen Sie sich auf eine Unterlage auf den Boden in Rückenlage. Beide Beine sind gestreckt. Winkeln Sie nun ein Bein an, sodass Ihre Hüfte und ihr Knie gebeugt sind. Das Schienbein ist parallel zum Boden. Das andere Bein bleibt gestreckt am Boden liegen. Nun das gestreckte Bein leicht anheben und das Knie abwechselnd beugen und strecken. Wiederholen Sie diese Übung 10-15 mal und wiederholen die Übung anschließend mit dem, anderen Bein.

Arthrose im Knie – Fazit

Die Arthrose im Knie ist eine degenerative Gelenkerkrankung mit fortschreitendem Verlust des Knorpels im Kniegelenk. Das passiert dadurch, dass die Kontaktflächen des Gelenks aneinanderreiben und die Knorpelschicht dazwischen langsam verschleißt. Bei vielen Menschen führt dies zu Entzündungen, Schmerzen und einer Einschränkung der Bewegungsfähigkeit. Die Therapie von Arthrose im Knie findet zunächst auf konservativer Ebene durch gezielte Ernährungsumstellung, Bewegung, Physiotherapie und/oder Gabe von Schmerzmitteln statt. Auch Kortikoid- oder Hyaluronsäure-Injektionen können bei der Therapie von Knie-Arthrose zum Einsatz kommen. Liefern diese Behandlungsoptionen keine Besserung der Gelenkprobleme, kann die Knie-Arthrose operativ behandelt werden. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten wie beispielsweise die Arthroskopie mit Lavage oder Debridement, eine Knorpeltransplantation oder als letzte Behandlungsoption ein künstlicher Gelenkersatz.

FAQ

Was ist Arthrose im Knie?

Die Arthrose im Knie ist eine degenerative Gelenkerkrankung mit fortschreitendem Verschleiß des Gelenkknorpels in den Knien.

Welche Symptome gibt es bei Arthrose im Knie?

Zu den häufigsten Symptomen von Arthrose im Knie gehören Knieschmerzen, Bewegungseinschränkungen und Steifigkeit des Knies, sowie durch Entzündungen ausgelöste Schwellungen und Schmerzen nach längerem Sitzen oder Ruhen.

Wie wird Arthrose im Knie behandelt?

Arthrose im Knie sollte zunächst konservativ behandelt werden. Dazu zählt eine Ernährungsumstellung, um evtl. überschüssiges Gewicht zu reduzieren, aber auch um eine gezielte Versorgung des Gelenks mit Nährstoffen zu gewährleisten, Bewegung, Physiotherapie, sowie die Behandlung mit Schmerzmitteln oder speziellen Injektionen. Bringen alle konservativen Optionen keine Linderung, bleibt noch die operative Behandlung, beispielsweide eine Arthroskopie mit Lavage oder Debridement, eine Knorpeltransplantation oder ein künstliches Kniegelenk.