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Arthrose: Ursachen, Symptome und Behandlung

Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die mit einem starken Knorpelverschleiß einhergeht und den Betroffenen zunehmend Beschwerden bereitet. Nutzen sich die Gelenkknorpel im Laufe der Zeit zu sehr ab, reiben die Knochen letztlich aufeinander; diese stärkste Form der Arthrose ist mit extremen Schmerzen verbunden. Weltweit gilt Arthrose als die am weitesten verbreitete Gelenkerkrankung. Allein in Deutschland leiden mehr als fünf Millionen Menschen täglich unter Arthrose-Schmerzen – Tendenz steigend.1

Das Wichtigste in Kürze

  • Arthrose gilt weltweit als die häufigste Gelenkerkrankung und die Anzahl der Betroffenen steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Rund 20 Millionen Deutsche klagen zeitweise über typische Beschwerden.2
  • Bei Arthrose tritt fortschreitender Gelenkverschleiß auf.
  • Die konservative Arthrose-Behandlung – wie z.B. mit orthopädischer Bewegungstherapie oder mit Medikamenten – zielt in erster Linie auf eine Schmerzreduktion ab.
  • Empfohlen werden grundsätzlich auch Gewichtsreduktion bei Übergewicht und die Vermeidung gelenkschädigender Belastungen.
  • Typische Arthrose-Symptome sind Gelenkschmerzen, Steifigkeit, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen.

Arthrose Definition: wenn Gelenke verschleißen

Arthrose ist eine degenerative, fortschreitende Gelenkerkrankung, die mit dem Verschleiß des Gelenkknorpels einhergeht. Im fortgeschrittenen Stadium kann sogar Knochen auf Knochen reiben.

Der Begriff „Arthrose“ leitet sich von zwei griechischen Wörtern ab. „Arthros“ bedeutet „Gelenk“, die Endung „-ose“ drückt aus, dass es sich um eine Abnutzungserscheinung handelt. Demnach ist Arthrose eine schmerzhafte Gelenkerkrankung, die entsteht, wenn der Gelenkknorpel durch Verschleiß irreparabel geschädigt wird.

Häufig betrifft Arthrose Knie, Hüfte, Schulter, Sprunggelenk und Hand
Ein gesunder Lebensstil ist nicht nur die beste Arthrose-Vorsorge, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Ein Gelenk ist die bewegliche Verbindung zwischen zwei oder mehreren Knochen. Rund 140 Gelenke ermöglichen dem menschlichen Körper zahlreiche Bewegungsabläufe wie Gehen, Greifen und Strecken. Eine besondere Rolle im Gelenk nimmt die Knorpelschicht ein. Diese überzieht die Gelenkflächen wie ein Schutzfilm, hält sie glatt und reduziert die Reibung der Knochen. Gleichzeitig federt die Knorpelschicht Stöße ab und verteilt den Druck auf die Knochen.

Nutzen sich die Knorpel fortschreitend ab – zum Beispiel im Alter –, sind die wichtigen Schutzfunktionen nicht mehr gewährleistet, und angrenzende Strukturen wie Knochen werden geschädigt. Denn: Die sonst so glatte Knorpelschicht wird spröde und bekommt Risse. Es kommt zu erhöhter Reibung, wodurch sich kleine Partikel lösen und Knorpeldefekte entstehen.

Grundsätzlich kann die Erkrankung jedes Gelenk im Körper betreffen. Am häufigsten tritt Arthrose in Knie, Hüfte, Schulter und Hand auf. Arthrose am Daumen (Rhizarthrose) ist dabei verbreiteter als Bouchard- und Heberden-Arthrose, dies sind Erkrankungen des Fingermittel- und Fingerendgelenks. Auch d^as Sprunggelenk kann der Arthrose zum Opfer fallen, meist durch einen Unfall oder eine Fraktur. Generell sind Frauen häufiger und auch stärker von Arthrose betroffen als Männer – als Erklärung sieht man in erster Linie hormonelle Faktoren.3

Mit einem gesunden Lebensstil können Betroffene die Arthrose-Schmerzen oft ohne Operationen reduzieren. Gelenkschonende Bewegung und eine auf die Gelenkerkrankung abgestimmte Ernährung gelten als wichtigste Behandlungsmaßnahmen. Mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Arzneimitteln, den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), werden primär Schmerzen und Entzündungen eingedämmt. Hierzu gehören die Wirkstoffe Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Viele Patienten vertrauen ebenfalls auf natürliche Arzneimittel gegen Arthrose, die nebenwirkungsfrei sind und deren Inhaltsstoffe die Symptome nachweislich abschwächen.

Bei Allergien wird zwischen vier verschiedenen Typen unterschieden, je nachdem welche immunologischen Reaktionen das jeweilige Allergen hervorruft.

Worin liegen die Arthrose-Ursachen?

Geht es um die Ursache von Arthrose, wird zwischen zwei Krankheitsformen unterschieden: Bei der primären Arthrose ist die Ursache der Erkrankung unklar beziehungsweise es kann keine eindeutige Ursache gefunden werden. Unter die sekundäre Arthrose fallen Gelenkerkrankungen, die auf unterschiedliche Faktoren zurück zu führen sind wie auf angeborene oder erworbene Erkrankungen und Verletzungen, z.B. Gewebsschäden und Gelenkdeformationen.

Nicht immer gibt es eine eindeutige Ursache für Arthrose. Vielmehr geht man von diversen Risikofaktoren aus.

Alter

Mit zunehmendem Alter steigt auch das Arthrose-Risiko. Ab dem 60. Lebensjahr wird die Gelenkerkrankung bei etwa jeder zweiten Frau und bei jedem dritten Mann diagnostiziert. Grund dafür sind zum Beispiel eine natürliche Knorpelabnutzung, Muskelschwund, oxidativer Stress und eine verlangsamte Zellregeneration. 

Übergewicht/Adipositas

Je höher der Body-Mass-Index (BMI), umso wahrscheinlicher ist eine Arthrose-Erkrankung. Studien zeigen, dass Gewichtsabnahme das Risiko von Arthrose im Knie um  die Hälfte reduzieren kann.4 Denn mit geringerem Körpergewicht werden die Knorpel weniger stark belastet und abgenutzt.

Bewegungsmangel

Bewegungsmangel lässt die Knorpelmasse schrumpfen, reduziert die Versorgung mit Nährstoffen und den Abtransport schädlicher Stoffe im Gelenk. Gleichzeitig werden die Gelenke stärker belastet, je weniger Muskelmasse vorhanden ist. Neu ist die Erkenntnis, dass einseitige Bewegungsmuster im Alltag – zum Beispiel stundenlanges Sitzen von Büroangestellten – die Muskeln und Faszien unnachgiebig machen, somit für starken Druck auf die Gelenke sorgen und den Verschleiß beschleunigen.  

Überbelastung

Wer im Sport über einen langen Zeitraum zu Überbelastungen neigt, kann den Gelenken schaden. Langstreckenläufer, Gewichtheber, Fußballer etc. fallen unter diese Kategorie. Beruflich verhält es sich oft ähnlich: Körperlich stark fordernde Berufe aus Landwirtschaft oder Handwerk belasten und verschleißen die Gelenke übermäßig. Auch Pflegepersonal zählt aufgrund teilweise starker, einseitiger Belastung zur Risikogruppe.

Falsche Ernährung

Entzündungsfördernde Ernährung, die auf einem Zuviel an Zucker, gesättigten Fettsäuren und Industrienahrung basiert, stellt ein großes Risiko für Gelenkerkrankungen wie Arthrose dar. Auch ein Vitamin- und Eiweißmangel schwächt das Knorpelgewebe.  

Geschlecht

Statistisch gesehen erkranken Frauen häufiger an Arthrose als Männer. Als Grund dafür vermutet man hormonelle Faktoren während der Menopause.

Fehlstellung, Erkrankung, Verletzung

Arthrose kann begünstigt werden durch X- und O-Beine (Valgus- und Varusstellungen), angeborene Hüftgelenksverrenkungen (Dysplasie), Rachitis, posttraumatische oder postoperative Ursachen sowie Rheuma.

Genetik

Die Tendenz zum Entstehen einer Arthrose kann genetisch bedingt sein, vor allem in Bezug auf Zustand und Belastbarkeit des Knorpels. Man geht davon aus, dass die Gene Arthrose zu  circa 50 % beeinflussen können.

Tipps zur Arthrose-Prävention

  • Regelmäßige Bewegung verbessert den Gelenkstoffwechsel und regt die Gelenkschmiere – auch Synovialflüssigkeit genannt – an. Dadurch wird das Knorpelwachstum nachweislich gefördert. Ein Plus an Muskelmasse unterstützt und entlastet die Gelenke obendrein.
  • Sogenannte Stop-and-Go-Sportarten wie Fußball, Handball oder Tennis gehen mit einem höheren Gelenkverschleiß einher. Arthrose-Experten raten vielmehr zu gelenkschonenden Sportarten wie Wassergymnastik, Radfahren oder Walken.
  • Einseitige Bewegungsmuster im Alltag lassen die Gelenkknorpel nach und nach verkümmern. Wer die Gelenkfunktionen vollumfänglich ausnutzt – zum Beispiel durch abwechslungsreiche Sportarten und regelmäßiges Dehnen –, reduziert das Arthrose-Risiko.
  • Mit zunehmendem BMI steigt auch das Risiko, an Arthrose zu erkranken. Schlanke Menschen hingegen belasten ihre Gelenke weniger stark.
  • Gesundes Essen ist bei Arthrose besonders bedeutsam. Wichtig für gesunde Knochen, Gelenke und Knorpel sind Studien zufolge die Vitamine C, D, E und K sowie die Vitamine B1, B6 und B12. Mangelt es an ihnen, steigt das Arthroserisiko.
    Da Knorpel zum größten Teil aus Eiweiß bestehen, sollte zusätzlich auf eine ausreichend hohe Proteinzufuhr geachtet werden. Generell wird eine antientzündliche Ernährung empfohlen, um Gelenkerkrankungen entgegenzuwirken.
Gelenkschonende Sportarten wie Wassergymnastik zählen zu den wirkungsvollsten Vorbeugungsmaßnahmen, wenn es um Arthrose geht.

Der Krankheitsverlauf bei Arthrose: die vier Stadien

Artrhose Krankheitsverlauf

1. Stadium
Im Anfangsstadium haben die Betroffenen keine oder kaum Beschwerden. Festzustellen sind aber bereits leichte Veränderungen wie Knorpel-Ausdünnungen oder eine raue Knorpelschicht.

2. Stadium
Weiter fortgeschrittene Knorpelschäden führen dazu, dass der Druck auf die Gelenke schlechter verteilt werden kann. Der Verschleiß nimmt zu, es können erste Entzündungen und Einrisse auftreten, und die Betroffenen suchen aufgrund der Schmerzen meist einen Arzt auf.

3. Stadium
Neben dem mittlerweile stark beschädigten Knorpel  verkleinert sich der Gelenkspalt zwischen den Knochen. Durch die weggefallene Pufferschicht des beschädigten Knorpels werden die Knochen noch stärker belastet. Den erhöhten Druck auf die Gelenke versucht der Körper auszugleichen, indem er Knochenauswüchse an den Rändern bildet.

4. Stadium
Im Endstadium ist der Knorpel derart abgenutzt, dass die Knochen ohne Schutz aufeinanderreiben. Es kommt zu Gelenkversteifungen, Schwellungen und teils heftigen Schmerzen.

Typische Arthrose-Symptome

Das häufigste Symptom bei Arthrose sind Schmerzen. Dabei kann es sich beispielsweise um Belastungsschmerzen beim Gehen handeln, Anlaufschmerzen nach einer längeren Pause oder gar Schmerzen im Ruhezustand. Eine spürbare Überwärmung in der Gelenkregion – vor allem unter Belastung – kann ein zusätzliches Anzeichen für Arthrose sein.
Ein weiteres Symptom ist die eingeschränkte Beweglichkeit, oft basierend auf den Schmerzen. Begleitend dazu stellt sich ein Gefühl von Steifigkeit und Kraftlosigkeit ein sowie Verdickungen an den Gelenken.
Ebenfalls charakteristisch für Arthrose sind Symptome, die Schwellungen am Gelenk betreffen. Wenn Gelenkinnenhaut und Gelenkkapsel entzündet sind, kann das betroffene Gelenk anschwellen. Im Spätstadium der Gelenkerkrankung kommt es nicht selten zu sogenannten Osteophyten – Knochenauswüchsen, die den Gelenkumfang vergrößern.

Arthrose-Behandlung: Welche Therapien gibt es?

1. Bewegungstherapien

Bewegung bei Arthrose ist das A und O; zahlreiche Studien dokumentieren die positiven und nachhaltigen Auswirkungen.5 So konnte eine Auswertung von 54 Studien – allesamt zum Thema Knie-Arthrose und Bewegung – zeigen, dass therapeutische Übungsbehandlungen, sprich Bewegung, Knieschmerzen reduzieren, die Lebensqualität der Betroffenen verbessern und den Funktionsumfang der Kniegelenke erhöhen können. 

Arthrose und Bewegung hängen also eindeutig zusammen. Wichtig ist jedoch die richtige Bewegung. Sie sollte moderat und gelenkschonend sein und Überbelastungen ausschließen.6 Überdies gibt es Studien die zeigen, dass die Knorpelmasse zunehmen kann, wenn der Abrieb der Gelenke gestoppt wird.7 Dieser Effekt kann beispielsweise unterstützt werden durch Wiederaufbau nachgiebiger Muskeln und Faszien, die den Gelenkspalt vergrößern – möglich im Rahmen einer gezielten Bewegungstherapie, wie zum Beispiel der myofaszialen Triggerpunkttherapie.8

Experten raten Arthrose-Patienten zu Sportarten wie Golf, Wassergymnastik, Walken, oder Radfahren. Sogenannte Stop-and-Go-Bewegungen wie sie zum Beispiel bei vielen Ballsportarten vorkommen, gilt es zu vermeiden.

Neusten Forschungsergebnissen zufolge hat Arthrose ihre Ursache auch in überspannten Muskeln und Faszien – als Folge von mangelnder oder einseitiger Bewegung. Sobald Gelenke in vollem Umfang genutzt werden – durch gezieltes Training und Dehnübungen, können Muskeln nachgiebiger und elastischer werden; dies nimmt den Druck von den Gelenken und schont so die Knorpel.

Weitere bewegungsbezogene Behandlungen bei Arthrose können sein: Physiotherapie, Ergotherapie, Massagen und hydrotherapeutische Maßnahmen.  

2. Die richtige Ernährung bei Arthrose

Die Wissenschaft erachtet gesundes Essen bei Arthrose als mindestens genauso wichtig wie Bewegung. Grundsätzlich kommt eine Ernährungsweise, die Zucker, gesättigte Fettsäuren und künstliche Zusatzstoffe weitestgehend ausschließt, den Gelenken zugute. Bei gleichzeitiger Steigerung des Eiweiß- und Vitalstoffgehalts werden Entzündungen gehemmt, die Durchblutung gefördert und das Knorpelwachstum aktiv unterstützt. So wurde unter anderem gezeigt, dass unter 60-Jährige häufiger Arthrose haben, wenn der Vitamin-D-Spiegel im Blut tief liegt. Doch auch weitere Vitamine wie Vitamin C, E, K und B-Vitamine – allen voran B1, B6 und B12 – wirken sich günstig auf Arthrose und ihre Symptome aus.  

Curcuma kann bei Arthrose erfolgsversprechend helfen
Curcuma gegen Arthrose: Das Power-Gewürz kann die Arthrose-Behandlung gezielt unterstützen.

Natürliche Heilmittel sind ein weiteres Kernelement der Arthrose-Ernährung. So können manche gut verträgliche Naturstoffe unter anderem Entzündungen und Schmerzen entgegenwirken und die Beweglichkeit fördern. Beispielsweise ist Curcuma (Kurkuma) ein pflanzlicher Stoff, der bei der Arthrose-Ernährung seit langer Zeit eingesetzt wird. Die Wunderknolle hilft Schmerzen und Entzündungen zu lindern und unterstützt so die Beweglichkeit. Dies wurde für spezielle Extrakte mit einer hohen Bioverfügbarkeit in einer Studie gezeigt. 9 Hagebutten, Weißen Pfefferkörnern, Ingwer, Olivenöl, Avocado, Berberitze und Brennnesseln werden ebenfalls gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen, wobei wissenschaftliche Belege hierfür ausstehen.

Gelenkknorpel bestehen unter anderem aus Kollagen, Glucosamin und Chondroitin. Kollagen kann der menschliche Körper in Form von Haushaltsgelatine aufnehmen – denn Gelatine entsteht, wenn Kollagen mittels Wasser (Hydrolyse) gespalten wird. Gelatine kann den Knorpelabbau hemmen und Schmerzen lindern. Die Naturstoffe Glucosamin und Chondroitin gibt es als Präparate zu kaufen. 

Auch hat sich in wissenschaftlichen Untersuchungen speziell aufbereitete Eierschalenmembran zur Linderung von Arthrosebeschwerden bewährt: Denn ihre Inhaltsstoffe – Proteine vom Kollagen-Typ, Hyaluronsäure, Glucosamin und Chondroitin – ähneln sehr stark den Stoffen im menschlichen Gelenk und können Defizite ausgleichen. Weiterer Vorteil: Diese Gelenkbausteine sind in der Eierschalenmembran in natürlicher Form enthalten – deshalb können sie vom menschlichen Körper besonders gut aufgenommen und verwertet werden.

3. Medikamentöse Therapie

Medikamente spielen im Rahmen der Arthrose-Behandlung vor allem dann eine Rolle, wenn Schmerzen reduziert und Symptome gelindert werden sollen. Die medikamentöse Therapie steht daher häufig am Beginn der Gelenkerkrankung – eine fortschreitende Arthrose kann durch Medikamente aber nicht aufgehalten werden.

Hilfreich bei Arthrose können Schmerzmedikamente sowie entzündungshemmende Medikamente sein. Neben NSAR mit Wirkstoffen wie Diclofenac und Ibuprofen in Tablettenform, sind Cremes und Salben zur lokalen Anwendung auf den betroffenen Gelenken gängig. Auch Präparate zum Knorpelschutz können Symptome und ein Fortschreiten der Arthrose eindämmen. Die Therapie ermöglicht denBetroffenen  wieder mehr Bewegung und sie können so den Alltag trotz Arthrose bewerkstelligen.

Gängige Medikamente wie Ibuprofen und Diclofenac sind zwar wirksam, aber mit Nebenwirkungen und gerade bei älteren Patienten häufig mit Einnahmebeschränkungen verbunden. Viele Studien sprechen sich mitunter gegen eine leichtfertige Einnahme aus. 10 Zudem können Ibuprofen, Diclofenac und  Acetysalicylsäure (ASS) – insbesondere in zu hohen Dosen und bei häufiger Einnahme – Unverträglichkeiten oder andere schwere Nebenwirkungen hervorrufen. Darunter fallen zum Beispiel Komplikationen im Magen-Darm-Trakt wie gastrointestinale Blutungen. Ärzte verschreiben dann nicht selten einen Magenschutz wie Esomeprazol, der diese Beschwerden reduzieren kann. Hinzukommt bei diesen Wirkstoffen, dass sie mit einem erhöhtem kardiovaskulärem Risiko verbunden sind und über die Niere verstoffwechselt werden – insbesondere problematisch bei nachlassender Nierenfunktion im Alter. Weitere NSAR-Nebenwirkungen können Asthma-Anfälle oder Leberschäden sein. 11

Die gute Nachricht: Ernährungs- und Bewegungstherapien haben oft eine ähnlich positive Auswirkung auf die Arthrose-Symptome wie Behandlungen mit NSAR.    

4. Operative Eingriffe

Wenn alle bisher genannten Therapieoptionen dem Betroffenen keine Linderung verschaffen, bleibt nur eine Operation als Ausweg. Operative Eingriffe werden vor allem dann als kritisch betrachtet, wenn voreilig operiert wird, anstatt zuvor andere Möglichkeiten auszuschöpfen – wie zum Beispiel eine Bewegungstherapie.

Durch eine Gelenkspiegelung – Arthroskopie – kann das Gelenk genauer untersucht werden und es können dabei kleine Operationen durchgeführt werden. Die Arthroskopie gilt als gelenkerhaltende OP-Methode, so wie die Osteotomie. Dabei korrigiert der Chirurg die Stellung der Gelenkknochen; zum Beispiel, wenn eine Knie-Arthrose durch eine korrigierte O-Beinstellung verbessert werden kann.

Nicht selten kommt es auch zum operativen Einsatz künstlicher Gelenke, die die Beweglichkeit (vor allem großer) Gelenke aufrechterhalten oder wiederherstellen sollen. Für viele Betroffene bedeutet dies ein deutlicher Gewinn an Lebensqualität: Mehr als 200.000 künstliche Hüftgelenke werden beispielsweise in Deutschland jährlich eingesetzt – mit steigender Tendenz. Eine aktuelle Untersuchung an mehr als 1.000 Patienten mit Gelenkbeschwerden zeigt allerdings, dass bei jedem Fünften ein künstliches Gelenk eingesetzt wurde und fast 38 Prozent nicht mit der OP zufrieden waren. Zudem ist die (sportliche) Belastbarkeit der künstlichen Gelenke begrenzt.12

Großen Erfolg versprechen sich Wissenschaftler vom sogenannten Tissue Engineering, bei dem gesunde Knorpelzellen im Labor vermehrt und an die geschädigten Knorpelstellen angesetzt werden. Noch findet diese Methode aber keine Anwendung, sobald das Gelenkgewebe zu großflächig abgenutzt ist.

5. Sonstige Therapieformen

Es gibt noch weitere Behandlungsmaßnahmen bei Arthrose. Für praktische Abhilfe können unter anderem Bandagen sorgen, die die Sinneszellen in der Haut anregen und dadurch die Durchblutung und natürliche Bewegungsmuster fördern.
Einlagen in den Schuhen wirken besonders Fehlstellungen entgegen.
Als Sofortmaßnahme gegen Arthrose-Symptome eignen sich Kühlen oder Wärmen. Kälte dämpft die Schmerzen, Wärme lockert die Muskeln und fördert die Durchblutung.

Ferner gilt Elektrotherapie als wirksam gegen Arthrose und den damit verbundenen Schmerzen. Das bekannteste Verfahren nennt sich TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation). Durch Reizstrom können chronische Schmerzen gelindert werden. Auch Muskeln soll TENS stimulieren.
Als alternative Heilmethode empfiehlt sich eine Blutegeltherapie. Mehrere bioaktive Substanzen im Speichel der Blutegel sind entzündungs- und schmerzlindernd. Viele Betroffene setzen außerdem auf Arthrose-spezifische Akupunktur.

Für Arthrose gibt es viele verschiedene Ursachen, Symptome und Behandlungen.
Die Diagnose „Arthrose“ wirft viele Fragen auf. Aktiv gegen die Erkrankung vorzugehen, scheint immer noch der beste Weg zu sein.

Wie kann Arthrose behandelt werden?

Zur Arthrose-Behandlung eignen sich verschiedene Therapieformen, die hauptsächlich Schmerzen reduzieren sollen. Schmerzmittel sowie schmerz- und entzündungshemmende Salben zur lokalen Anwendung können besonders hilfreich sein und Symptome kurzzeitig eindämmen. Für eine langfristige Linderung der Arthrose-Schmerzen kann Bewegungstherapie sorgen– dies belegen auch zahlreiche Studien.14 Ob moderates Training, Physiotherapie oder Massagen: Bewegung nimmt den Schmerz und regt den Gelenkstoffwechsel an.
Es empfiehlt sich auch eine spezielle Ernährung bei Arthrose, die reich an Vitaminen und Eiweiß ist, Entzündungen vorbeugt, die Flexibilität und das Wohlbefinden steigert. Für spezielle Präparate mit Curcuma (Kurkuma) oder Proteinen aus Eierschalenmembran wurde in diesem Kontext eine positive Wirkung nachgewiesen.15 Bei sehr schwerwiegender Arthrose bleibt am Ende oft nur eine Operation als Ausweg.

Was verursacht Arthrose?

Welche Ursachen Arthrose hat, lässt sich nicht eindeutig sagen. Man geht jedoch von folgenden Risikofaktoren aus, die Arthrose begünstigen: Alter, Übergewicht, mangelnde Bewegung, Überbelastung, unausgewogene Ernährung, Genetik, Fehlstellungen und andere Gelenkerkrankungen.

Kann man Arthrose heilen?

Laut Schulmedizin ist Arthrose nicht heilbar und der Verschleiß irreversibel. Dies ist im Besonderen der Fall, wenn der Knorpel bereits zu stark degeneriert ist und sich nicht mehr zurückbilden kann. Doch vor allem im Anfangsstudium sehen sowohl die Naturheilkunde als auch die Sportmedizin durchaus Heilungschancen. Neueste Studien kommen zu dem Ergebnis, dass noch nicht zu stark abgenutzte Knorpel allein durch die richtige Bewegung wieder aufgebaut werden können. Grund dafür sei vor allem, dass die Muskeln und Faszien nachgiebiger und elastischer werden, so den Gelenkspalt wieder vergrößern und das Knorpelwachstum begünstigen. Vitamin- und eiweißreiche Kost trägt ebenfalls zum Wiederaufbau des Knorpels und zur Regeneration des geschädigten Knochens bei.

Ist Arthrose vererbbar?

Die Frage, ob man Arthrose vererbt bekommen kann, ist in Fachkreisen umstritten. Arthrose ist zwar keine Erbkrankheit an sich. Doch wenn „schlechte“ Gelenke in der Familie liegen, ist die Veranlagung zur Arthrose durchaus gegeben – laut Experten zumindest zu 50 %.16

Kann man eine Arthrose operieren?

Eine Arthrose-Operation sollte erst in Betracht gezogen werden, wenn der Knorpelabbau stark fortgeschritten ist und sämtliche Arthrose-Behandlungsmöglichkeiten nicht zur gewünschten Linderung führen konnten. Zu den häufigsten Operationen zählen Arthroskopien und der Einsatz künstlicher Gelenke.

Was ist der Unterschied zwischen Arthritis und Arthrose?

Bei einer Arthritis handelt es sich um eine Gelenkentzündung, deren Krankheitsverlauf typischerweise uneinheitlich ist: Bei manchen Betroffenen beginnt die Krankheit schleichend, bei anderen schubweise oder plötzlich. Arthritis kann ebenfalls vorliegen, wenn sich ruhige Zeiten ohne Gelenkprobleme mit hoch aktiven Schmerzphasen abwechseln. Die Anzeichen einer Arthritis sind bei den meisten Patienten unspezifisch; sie reichen von einem allgemeinen Krankheitsgefühl bis hin zu Antriebslosigkeit und steifen Gelenken am Morgen.
Man unterscheidet zwischen zwei Arthritis-Arten: Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Organismus Entzündungsstoffe produziert, die die Gelenkinnenhaut angreifen. Bei der chronischen Polyarthritis sind mehrere Gelenke betroffen.
Arthritis ist nicht heilbar, das Voranschreiten der Gelenkzerstörung kann jedoch verlangsamt werden. Bewegungstherapie, gesunde Ernährung und der Einsatz entzündungshemmender Medikamente leisten einen wichtigen Beitrag zur Arthritis-Behandlung.
Im Gegensatz zu Arthritis – der Gelenkentzündung – bezeichnet Arthrose einen Gelenkverschleiß. Im Verlauf der Arthrose können aufgrund der fortschreitenden Gelenkabnutzung jedoch auch Entzündungen entstehen – dies ist die sogenannte aktivierte Arthrose.

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